Gürtelrose

Die Gürtelrose - Schmerzhafte "Blüte"

Rund 370.000 Menschen erkranken hierzulande jährlich an Herpes Zoster. Der Volksmund wählte einen pseudo-romantischen Namen für diese Krankheit: Gürtelrose. Er setzt sich zusammen aus dem veralteten Sammelbegriff "Wundrose", unter dem so ziemlich jede Hautentzündung verbucht wurde, und der gürtelartigen Form, in der der rötliche Ausschlag sich um den Körper schlingen kann.

Mit dem dazugehörigen Virus (dem Varizella-Zoster-Virus, VZV) infiziert man sich nicht selten bereits in Kindertagen. Es löst dann, quasi zur Begrüßung, die allseits bekannten "Windpocken" aus. Hiernach verbleibt das Virus passiv im menschlichen Wirtskörper, und zwar lebenslang. Eine Reaktivierung findet erst dann statt, wenn es zu einer Schwächung des Immunsystems des Wirts kommt. Diese kann therapie- oder krankheitsbedingt sein, aber auch schlichtweg durch Stress oder simples Altern hervorgerufen. Tatsächlich sind rund zwei Drittel der an Gürtelrose erkrankenden Menschen über dem 50. Lebensjahr.

In der Regel spürt man Herpes Zoster einige Tage früher als man es sieht. Der VZV verursacht eine Entzündung des Nervengewebes, womit brennende und stumpfe Schmerzen gleichermaßen einhergehen. Wenige Tage später setzt die Rötung des Hautbereiches ein. Kleine Blasen bilden sich im betroffenen Bereich. Zunächst klare Flüssigkeit enthaltend, füllen sie sich in den Folgetagen mit Lymphen, platzen auf, trocknen aus und heilen zuletzt unter Schorfbildung ab. Der Krankheitsverlauf kann je nach Einzelfall jeden Zeitraum von zwei bis hin zu sechs Wochen beanspruchen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel durch Virostatika in Tablettenform, um die fortschreitende Vermehrung des VZV zu hemmen. Zusätzlich werden starke Schmerzmittel verabreicht, die allerdings in einem verhältnismäßig hohen Anteil der Fälle (ca. 8,5 %) wirkungslos bleiben. Selbst nach erfolgreicher Therapie klagt jeder dritte Gürtelrose-Patient noch weitere vier bis fünf Wochen über starken Nervenschmerz.

Herpes Zoster selbst kann unmöglich direkt übertragen werden. Im Gegensatz zu den vorhergehenden, hochinfektiösen Windpocken ist hier lediglich der Inhalt der gebildeten Bläschen zu einer Übertragung des Virus geeignet - und der ist für einen Menschen mit bereits überstandenen Windpocken und intaktem Immunsystem ungefährlich.



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